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Nachgefragt DDR (Podiumsdiskussion): Geteilte Geschichte, gemeinsame Zukunft. Deutsche Einheit im Gespräch

Podiumsdiskussion mit Zeitzeuge Lothar Rochau und dem wissenschaftlichen Assistenten Jörg Siegmund

Ein Land, viele Geschichten: Die deutsche Einheit ist Geschichte und Gegenwart. Wie ist der Einigungsprozess rückblickend zu bewerten? Welche Erfahrungen haben Menschen während der Umbruchszeit gemacht, und wie wirken die Folgen der Teilung bis heute nach? Diesen Fragen widmet sich die Podiumsdiskussion.

Im Mittelpunkt stehen der Einigungsprozess, seine Erfolge und Misserfolge sowie persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Entwicklungen seit 1990. Thematisiert werden unter anderem die Rolle der evangelischen Kirchen in der DDR, Oppositionsarbeit und politische Verfolgung. Auch politische Einstellungen, Wahlverhalten und die politische Kultur im Ost-West-Vergleich kommen zur Sprache. Wie haben sich die Lebenswirklichkeiten in Ost und West verändert? Welche Bedeutung hat die deutsche Einheit heute? Die Diskussion verbindet persönliche Perspektiven mit historischer und politikwissenschaftlicher Einordnung. Das Publikum ist eingeladen, eigene Erfahrungen und Gedanken einzubringen.

Lothar Rochau bringt die Perspektive eines Zeitzeugen ein. Er wurde 1952 in Weißensee in Thüringen geboren und absolvierte eine Ausbildung zum Diakon. Als Jugenddiakon in Halle-Neustadt leitete er eine Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppe. 1983 wurde er verhaftet und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach einer Revision seines Urteils wurde er in die Bundesrepublik abgeschoben. Kurz nach dem Mauerfall kehrte er nach Halle (Saale) zurück und wirkte am Aufbau des dortigen Jugendamtes mit, das er später lange leitete. Zu seinen Themen zählen die Rolle der evangelischen Kirchen in der DDR, Oppositionsarbeit, offene Jugendarbeit und der Aufbau der Jugendhilfe nach 1989. Für Rochau ist die deutsche Einheit „eine tägliche Herausforderung und Verpflichtung zugleich“.

Jörg Siegmund ist wissenschaftlicher Assistent an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Wahl-, Demokratie- und Parteienforschung. Er untersucht politische Einstellungen, Partizipation, Wahlverhalten und politische Kultur im Ost-West-Vergleich. Weitere Themen sind politische Verfolgung in der DDR sowie Ostdeutsche in Führungspositionen. Siegmund wurde in der DDR geboren und war 1990 17 Jahre alt. Er bezeichnet die deutsche Einheit als „einen Glücksfall, aber kein Geschenk, weil sie erstritten wurde – und sie ist unvollendet, weil die Folgen der Teilung noch immer fortwirken“.

Die Podiumsdiskussion bietet Gelegenheit, unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen kennenzulernen und gemeinsam über die deutsche Einheit und ihre Bedeutung für die Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
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  • Kursnummer: 262102009
  • Start:
    Do. 22.10.2026
    18:00 Uhr
    Ende:
    Do. 22.10.2026
    20:00 Uhr
  • 1 Termin
  • Plätze: min. 20 / max. 100
  • Dozent:in: