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Das Leben der Massai

Schlafforscher, Informatiker und Psychotherapeut Franz Xaver Wallner (69).
Der Wissenschaftler lebt und arbeitet seit 18 Jahren im Rottal und in Passau; in der Dreiflüssestadt hat er ein Schlafinstitut. In einer Feldstudie hat der Arzt auf zwei langen Reisen den Schlaf der ostafrikanischen Volksgruppe untersucht. Seinen Vortrag nannte er „Massai sleep in high altitude“ (Massai schlafen in großer Höhe). Die Massai sind ein Nomaden-Volksstamm von rund zwei Millionen Menschen und leben in Kenia und Tansania in einer Höhe von 1800 bis 2000 Meter. Wallner hat seine Studie mit 34 Erwachsenen (24 Männer und zehn Frauen) im Alter von 22 bis 76 Jahren in der Region Massai-Mara in der Nähe des Kilimandscharo durchgeführt. Dabei hat er festgestellt, dass die Massai ein völlig anderer Phänotyp als die Europäer sind. Der typische Massai ist 1,90 Meter groß und wiegt 61 Kilo. Der Body-mass-Index (BMI) ist weniger als 24. Die Massai trinken nur Wasser, Tee und warmes Tierblut. Sie essen Schafsfleisch, Obst und Blätter. Es gibt keinen Alkohol, Tabak oder illegale Drogen. „Sie leben praktisch nach einer Protein-Diät und im Einklang mit der Natur“, sagt der Forscher. Außerdem pflegten sie rhythmische Tänze, z. B. den Springtanz Adumu, sowie Fasten. Ihre Lebensbedingungen seien hart; die Nächte sehr kalt. Die Stadt Nairobi heiße in der Sprache Swahili „cold place“. Die Kindersterblichkeit sei groß.
Seine Forschungsergebnisse: Die Massai unterscheiden sich als Schläfer wesentlich von den Europäern. Die Massai, die Nomaden sind, wandern jeden Tag zwischen fünf und 20 Kilometer, sie sind also gut durchtrainiert. Sie legen sich täglich um 20.30 Uhr zum Schlafen und stehen bei Sonnenaufgang auf. „Es gibt keine Schlaf-Apnoe (Schlafstörung, bei der die Atmung im Schlaf wiederholt für mindestens zehn Sekunden aussetzt) und kein Schnarchen, obwohl in dieser Höhe die Schlafapnoe, die mit zunehmender Meereshöhe steigt, viel höher sein müsste. Da scheinen die Massai durch Genetik und oder die Lebensweise robuster zu sein.“
Seine Forschungsergebnisse wird Franz Xaver Wallner in erweiterter Form auch auf der 33. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e. V. vom 27. bis 29. November in Hannover vortragen.